{"id":64,"date":"2015-10-13T22:32:07","date_gmt":"2015-10-13T20:32:07","guid":{"rendered":"https:\/\/lisarau.bplaced.net\/portfolio\/?p=64"},"modified":"2025-12-13T22:52:27","modified_gmt":"2025-12-13T21:52:27","slug":"interview-zu-waldgefluster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lisarau.bplaced.net\/portfolio\/2015\/10\/13\/interview-zu-waldgefluster\/","title":{"rendered":"Interview zu Waldgefl\u00fcster"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Herausragendes Artwork:<br>\u201cWaldgefl\u00fcster\u201d von Lisa Rau<\/h1>\n\n\n\n<p>Interview von <a href=\"http:\/\/www.comic-i.com\/aaa-icom\/docs\/ipj_2017\/ipj_2017_00.html#delseit\">Anne M. Delseit<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>COMIC!: Hallo Lisa, vielen Dank, da\u00df du dir Zeit f\u00fcr dieses Interview nimmst! Wie bist du zum Comic gekommen?<\/p>\n\n\n\n<p>Lisa Rau: Hallo, ich freue mich \u00fcber das Interview! Zum Comic bin ich schon als Kind durch die kleine Sammlung meiner Eltern gekommen, darunter waren viele Klassiker wie \u201cMickey Maus\u201d und \u201cDonald Duck\u201d -\u2013 als Hardcover-Jubil\u00e4umsausgabe, die Abenteuer darin haben mich sehr fasziniert \u2013, \u201cAsterix\u201d, \u201cTim und Struppi\u201d, \u201cMarsupilami\u201d und mehr. In der Grundschule begann ich damit, Bildergeschichten zu zeichnen, aber eher in Bilderbuchform. Zum Zeichnen eigener Comics kam ich erst zur Jahrtausendwende durch Manga. Vor allem nach der Lekt\u00fcre von Akira Toriyamas \u201cManga-Zeichenkurs\u201d war ich motiviert, mich selber an Comics zu probieren und dabei unter anderem auf korrektes Format und professionelles Material zu achten.<\/p>\n\n\n\n<p>COMIC!: Was fasziniert dich an der Comicspielart Manga?<\/p>\n\n\n\n<p>Lisa Rau: Urspr\u00fcnglich kam ich als Teenager durch \u201cSailor Moon\u201d zum Manga und war durch die sehr vertr\u00e4umte, mystische, leichte Optik fasziniert. Die Lineart ist sehr filigran und wird durch die Rasterfolie nur akzentuiert, w\u00e4hrend im klassisch westlichen Comic die fl\u00e4chige Kolorierung die Dynamik in der Lineart oft \u00fcberdeckt und zu einer eher klobigen Wirkung f\u00fchrt. Bis heute mag ich am Manga die Varianz und Dynamik in der Seitengestaltung, Panelgr\u00f6\u00dfe und den Bildausschnitten. Momentan bin ich aber weniger auf Manga fixiert, sondern liebe vor allem die Mischstile, die sich inzwischen aus Comic und Manga gebildet haben.<\/p>\n\n\n\n<p>COMIC!: Gibt es bestimmte K\u00fcnstler oder Werke, die dich gepr\u00e4gt oder inspiriert haben?<\/p>\n\n\n\n<p>Lisa Rau: Im Laufe der Zeit hat man so viele Einfl\u00fcsse, da\u00df es wirklich schwierig ist, die wichtigsten herauszufiltern. Der erste gro\u00dfe Einflu\u00df war \u201cSailor Moon\u201d, dadurch war ich motiviert, feine Linearts und saubere, weiche Kolorierungen zu lernen. Wenig sp\u00e4ter kamen auch Manga dazu, die klassischerweise eher an Jungs gerichtet sind: \u201cDragon Ball\u201d, \u201cOne Piece\u201d und \u201cNaruto\u201d. Das brachte mich dazu, auch mit dickeren Lines und Schraffuren zu experimentieren, die Proportionen von Gesicht und K\u00f6rpern etwas kompakter zu gestalten.<br>Ich war sehr beeindruckt von der Atmosph\u00e4re in den Storys von Setona Mizushiro, z. B. \u201cTag X\u201d und \u201cAfter School Nightmare\u201d. Letztendlich tendiere ich aber weniger zu den d\u00fcsteren Storys, sondern eher zu den lebensfrohen und phantasiereichen. Optisch und inhaltlich sind die Spielereihe \u201cLegend of Zelda\u201d und die Ghibli-Filme immer wieder wichtige Inspirationsquellen. Aktuell bin ich wie gesagt besonders Fan von K\u00fcnstlerinnen, die meiner Meinung nach durch die Vermischung von Comic und Manga sehr sch\u00f6ne neue Stile hervorgebracht haben. Da begeistern mich insbesondere folgende Werke: \u201cBran\u201d, gezeichnet von Maike Plenzke, \u201cMassu Schmiedstochter\u201d von Ines Korth, \u201cHome\u201d von Anja Uhren, \u201cAntoinette kehrt zur\u00fcck\u201d von Olivia Vieweg, \u201cHearts for Sale\u201d von Miyuli, die Werke von Aurore, \u201cKletschmore\u201d von Annelie Wagner und so weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>COMIC!: Dein Comic \u201cWaldgefl\u00fcster\u201d wurde beim diesj\u00e4hrigen ICOM-Preis f\u00fcr \u201cHerausragendes Artwork\u201d ausgezeichnet. K\u00f6nntest du die Handlung in deinen eigenen Worten zusammenfassen?<\/p>\n\n\n\n<p>Lisa Rau: Das M\u00e4dchen Anouk lebt allein mit dem Fuchs Tam im Wald. Tam ist ihr Totemtier und st\u00e4ndiger Begleiter. Eines Tages tauchen D\u00e4monen aus der Tiefe des Waldes auf und bedrohen Anouk. Als die Attacken nicht abrei\u00dfen, m\u00f6chte sie heraus finden, woher die D\u00e4monen kommen und was dahinter steckt.<\/p>\n\n\n\n<p>COMIC!: Wie bist du auf die Idee zu \u201cWaldgefl\u00fcster\u201d gekommen?<\/p>\n\n\n\n<p>Lisa Rau: W\u00e4hrend einem sehr ausgedehnten Spaziergang mit meiner Familie bekam ich Lust, einen Comic mit Wald-Setting zu zeichnen. Ich liebe beispielsweise den Film \u201cPrinzessin Mononoke\u201d. Noch auf dem Weg entstanden die ersten Ideen f\u00fcr \u201cWaldgefl\u00fcster\u201d, und ich fing an, mit meinem Onkel dar\u00fcber zu reden, da\u00df ich einen Comic \u00fcber ein M\u00e4dchen im Wald mit einem Begleiter-Tier machen m\u00f6chte. Daraufhin erz\u00e4hlte er mir von Totemtieren aus dem Schamanismus und gab mir dazu ein paar Hintergrundinformationen. Diese wurden sogleich in die Geschichte eingeflochten. Die Idee reifte dann noch ein paar Wochen in meinem Kopf, bis ich sie schlie\u00dflich w\u00e4hrend des 24-Stunden-Comic-Tags im Oktober als konkretes Comicskript zeichnete.<\/p>\n\n\n\n<p>COMIC!: Hast du dann noch weiter zum Thema Totemtier recherchiert?<\/p>\n\n\n\n<p>Lisa Rau: Ein wenig, allerdings nur oberfl\u00e4chlich. Es ging mir nicht darum, Schamanismus realistisch darzustellen. Generell mag ich aber Anleihen aus alten Kulturen und Mythen als Grundlage f\u00fcr Storykonzepte und zur Anreicherung der Welten.<\/p>\n\n\n\n<p>COMIC!: Wie hast du die Zeichenmaterialien f\u00fcr das Projekt ausgew\u00e4hlt?<\/p>\n\n\n\n<p>Lisa Rau: Ich wollte auf jeden Fall Farbe im Comic haben, aber aufgrund der beschr\u00e4nkten Zeit auf dem 24-Stunden-Comic-Tag beschr\u00e4nkte ich mich auf Bleistift und gr\u00fcne Ecoline-Tinte. Ich h\u00e4tte den Comic gerne ganz in Farbe gemacht, um die schillernden Farben von Blattwerk, Ge\u00e4st, Moos und Himmel darzustellen. Aber es sollte ja nur ein kleines Projekt f\u00fcr den 24-Stunden-Comic-Tag sein, da war klar, da\u00df ich das auf keinen Fall schaffen w\u00fcrde. Also entschlo\u00df ich mich dazu, mich auf die wichtigste Farbe im Wald \u2013 Gr\u00fcn \u2013 zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>COMIC!: Wie sind die Seiten von \u201cWaldgefl\u00fcster\u201d entstanden?<\/p>\n\n\n\n<p>Lisa Rau: Als allererstes habe ich ein kurzes Skript geschrieben, um grob zu bestimmen, was auf welchen Seiten passieren soll. Dann zeichnete ich auf DIN A5 kleine Layouts der Seiten. Die richtigen Seiten zeichnete ich mit Bleistift auf dickes DIN-A4-Papier. Dabei nutzte ich vor allem f\u00fcr den Fuchs und die Hintergr\u00fcnde einige Fotoreferenzen. Anschlie\u00dfend wurden die Zeichnungen mit Ecoline-Tinte koloriert. Die Textelemente und Soundwords f\u00fcgte ich erst am PC hinzu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herausragendes Artwork:\u201cWaldgefl\u00fcster\u201d von Lisa Rau Interview von Anne M. 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